
Die regulären Autokennzeichen in Bosnien und Herzegowina verraten nicht, aus welcher Stadt oder Region ein Fahrzeug stammt. Die seit 2009 ausgegebene Ausführung besitzt links ein blaues Feld mit dem Landeskürzel BIH. Die schwarze Buchstaben- und Ziffernkombination steht auf weißem Hintergrund.
Das typische Kennzeichen folgt dem Schema A12-B-123. Dabei beschreibt das Beispiel lediglich den Aufbau: Der Buchstabe B gehört nicht zu den für reguläre Kennzeichen verwendeten Buchstaben.
Aufbau der regulären Kennzeichen
Die Kombination besteht aus sieben Buchstaben und Ziffern, die durch zwei Bindestriche gegliedert werden:
- ein Buchstabe und zwei Ziffern
- ein Bindestrich
- ein weiterer Buchstabe
- ein Bindestrich und drei abschließende Ziffern
Ein zum zulässigen Zeichensatz passendes, frei gewähltes Beispiel lautet A12-K-345. Es dient nur zur Veranschaulichung und bezeichnet hier kein bestimmtes Fahrzeug.
Verwendet werden die sieben Buchstaben A, E, J, K, M, O und T. Sie lassen sich sowohl im lateinischen als auch im kyrillischen Schriftsystem gleich darstellen. Die Beschriftung der neueren Schilder erfolgt in der FE-Schrift, die auch von Kennzeichen in Deutschland bekannt ist.
Warum lässt sich der Zulassungsort nicht erkennen?
Anders als bei deutschen Ortskürzeln stehen die Buchstaben nicht für eine Stadt, einen Kanton oder eine der Entitäten des Landes. Aus einem regulären Nummernschild lässt sich daher beispielsweise nicht ablesen, ob das Fahrzeug aus Sarajevo, Mostar oder Banja Luka stammt.
Diese neutrale Gestaltung wurde bewusst gewählt. Nach dem Krieg sollten einheitliche Kennzeichen die Bewegungsfreiheit erleichtern und verhindern, dass bereits das Nummernschild Rückschlüsse auf die regionale oder eine vermeintliche ethnische Zugehörigkeit zulässt.
Das gemeinsame System wurde 1998 eingeführt. Die Überarbeitung von 2009 ergänzte insbesondere das blaue BIH-Feld und änderte den Aufbau der Kennzeichenkombination.
Sonderkennzeichen im Überblick
Neben den gewöhnlichen Nummernschildern gibt es besondere Kennzeichen für bestimmte Fahrzeugarten und Verwendungszwecke.
| Kennzeichenart | Erkennungsmerkmal |
|---|---|
| Taxis | TA, Bindestrich und sechs Ziffern |
| Probefahrtkennzeichen | TT, Bindestrich und sechs Ziffern; rote Schrift auf weißem Grund |
| Diplomatische und konsularische Fahrzeuge | Gelbe Schrift auf blauem Grund |
| Traktoren und bestimmte Arbeitsfahrzeuge | Grüne Beschriftung |
| Fahrzeuge der Streitkräfte | Eigene Kennzeichnung mit OS BiH |
Diplomatenkennzeichen
Die Kennzeichen diplomatischer und konsularischer Vertretungen besitzen einen blauen Hintergrund mit gelber Schrift und gelbem Rand. Ihr Aufbau unterscheidet sich von der regulären Serie.
Am Anfang steht eine Zahlenkennung für den entsendenden Staat beziehungsweise die betreffende Vertretung oder Organisation. Anschließend folgen ein Statusbuchstabe und eine dreistellige laufende Nummer.
- A: Fahrzeuge der entsprechenden Vertretungen und ihres Personals mit diplomatischem Status
- M: Fahrzeuge ausländischer Beschäftigter dieser Vertretungen ohne diplomatischen Status
Zusätzliche ovale Kennzeichnungen wie CMD, CD oder CC unterscheiden Missionsleitung, diplomatischen und konsularischen Status.
Auch Kroatien verwendet besondere Diplomatenkennzeichen mit einer Kombination aus Zahlen und Statusbuchstaben. Die jeweiligen nationalen Codierungen dürfen jedoch nicht miteinander gleichgesetzt werden.
Kennzeichen für Taxis
Taxis erhalten besondere Nummernschilder mit der Kennung TA. Danach folgen ein Bindestrich und sechs Ziffern, beispielsweise nach dem Muster TA-123456.
Die Zeichen sind schwarz auf weißem Hintergrund. Links befindet sich das blaue Feld mit der Landeskennzeichnung BIH.
Probefahrtkennzeichen mit TT
Rote Kennzeichen mit TT sind Probefahrtkennzeichen. Sie bestehen aus den Buchstaben TT, einem Bindestrich und sechs roten Ziffern. Auch der Rand ist rot, der Hintergrund weiß.
Sie sollten nicht pauschal als Kennzeichen für jede vorübergehende Zulassung bezeichnet werden. Probefahrten und zeitlich begrenzte Zulassungen sind unterschiedliche Verwendungszwecke.
Temporäre Zulassungen und Ausfuhr
Für vorübergehend registrierte Fahrzeuge und Fahrzeuge zur Ausfuhr sieht das Kennzeichensystem besondere Ausführungen vor. Die entsprechende Ausführung mit BIH-Feld besitzt blaue Zeichen und einen blauen Rand auf weißem Grund.
Damit unterscheidet sie sich sowohl von gewöhnlichen schwarzen Kennzeichen als auch von den roten TT-Probefahrtkennzeichen.
Kennzeichen für landwirtschaftliche Fahrzeuge
Traktoren, bestimmte Arbeitsmaschinen, Arbeitsfahrzeuge und Motorkultivatoren erhalten Kennzeichen mit grüner Beschriftung. Der Hintergrund bleibt weiß.
Die grüne Farbe kennzeichnet hier eine Fahrzeuggruppe. Sie sollte nicht mit der Bedeutung grüner Nummernschilder in anderen Ländern gleichgesetzt werden.
Kennzeichen des Militärs
Für die Streitkräfte bestehen eigene Kennzeichenvorschriften. Die Aufschrift OS BiH steht für Oružane snage Bosne i Hercegovine, die Streitkräfte von Bosnien und Herzegowina.
Diese Kennzeichen sind von der gewöhnlichen zivilen Serie zu unterscheiden. Für militärische Rad- und Kettenfahrzeuge bestehen jeweils besondere Vorgaben zur Kennzeichnung.
Kennzeichen für Motorräder und Mopeds
Motorräder und Mopeds tragen ein einzelnes Kennzeichen am Heck. Die Schilder sind kompakter als gewöhnliche Pkw-Kennzeichen; das blaue BIH-Feld befindet sich links oben.
Die 2025 geänderten Vorschriften unterscheiden unter anderem zwischen einem Format von 240 × 130 Millimetern für Fahrzeuge ab 101 cm³ und einem kleineren Format von 170 × 130 Millimetern für Fahrzeuge unter 101 cm³. Beim kleineren Schild ist die Kombination auf zwei Zeilen verteilt.
Die Geschichte der Autokennzeichen in Bosnien und Herzegowina
Vor der Unabhängigkeit 1992 gehörte Bosnien und Herzegowina zu Jugoslawien. Damals wurden jugoslawische Kennzeichen mit Ortskennungen verwendet.
Während des Krieges und in den Jahren danach bestanden unterschiedliche Kennzeichensysteme nebeneinander. Aus den Ortskürzeln, Schriftzeichen und Wappen ließen sich häufig Rückschlüsse auf das Zulassungsgebiet ziehen.
Kennzeichen der 1990er-Jahre
In den von der Regierung der Republik Bosnien und Herzegowina kontrollierten Gebieten wurden eigene Kennzeichen ausgegeben. Diese unterschieden sich von den Ausführungen in anderen Landesteilen.
In den bosnisch-kroatisch kontrollierten Gebieten von Herceg-Bosna ähnelten die Schilder den kroatischen Kennzeichen. Anstelle des kroatischen Staatswappens trugen sie das Wappen von Herceg-Bosna.
In der Republika Srpska wurden Kennzeichen mit kyrillischen Ortskennungen und einem eigenen Wappen verwendet. Diese früheren regionalen Systeme sind von der später eingeführten landesweit einheitlichen Serie zu unterscheiden.
Einheitliche Kennzeichen von 1998 bis 2009
1998 begann die Ausgabe gemeinsamer Kennzeichen ohne erkennbare regionale Zuordnung. Die Kombination bestand aus drei Ziffern, einem Buchstaben und drei weiteren Ziffern, jeweils durch Bindestriche getrennt: beispielsweise 123-K-456.
Für diese ältere Serie wurden die sechs Buchstaben A, E, J, K, M und T verwendet. Das blaue Landesfeld der ab 2009 ausgegebenen Ausführung fehlte.
Die neuen gemeinsamen Schilder waren ab dem 1. Juni 1998 für den Grenzübertritt vorgeschrieben. Für den Verkehr innerhalb des Landes wurde der 31. August 1998 als verbindlicher Umstellungstermin festgelegt.
Was änderte sich 2009?
Mit der ab 2009 ausgegebenen Ausführung kamen das blaue Feld mit BIH, die FE-Schrift und die Kombination nach dem Muster A12-K-345 hinzu. Zum zulässigen Buchstabensatz gehört bei dieser Ausführung auch das O.
Das grundlegende Prinzip blieb bestehen: Die reguläre Kennzeichenkombination enthält keine Ortskennung. Sie dient der Identifizierung des Fahrzeugs, nicht der sichtbaren Zuordnung zu einer Stadt oder Bevölkerungsgruppe.
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