Wenn beim Drehen des Zündschlüssels oder beim Drücken des Startknopfes nur ein klickendes Geräusch zu hören ist, die Kontrollleuchten kurz aufleuchten und der Motor nicht anspringt, ist häufig die 12-Volt-Autobatterie entladen.
Typische Ursachen sind eine alte oder geschwächte Batterie, niedrige Temperaturen, viele Kurzstrecken, eine längere Standzeit oder ein versehentlich eingeschalteter elektrischer Verbraucher. Bei modernen Fahrzeugen können außerdem Steuergeräte und Komfortfunktionen auch im abgestellten Zustand Strom verbrauchen.
Allerdings muss nicht immer die Batterie verantwortlich sein. Ein einzelnes deutliches Klicken kann beispielsweise auch auf einen defekten Anlasser, einen schlechten Massekontakt oder eine lockere Batterieverbindung hinweisen. Werden die Kontrollleuchten beim Startversuch stark dunkler und folgen mehrere schnelle Klickgeräusche, spricht dies eher für eine schwache Batterie.
Wann darf keine Starthilfe gegeben werden?
Vor dem Überbrücken sollte die Batterie von außen kontrolliert werden. In folgenden Fällen darf keine Starthilfe versucht werden:
- Die Batterie ist sichtbar beschädigt, verformt oder aufgebläht.
- Aus der Batterie tritt Flüssigkeit aus.
- Es riecht nach Säure oder faulen Eiern.
- Die Batterie könnte gefroren sein.
- Die Fahrzeughersteller untersagen die Starthilfe.
- Die Spannung der beiden Bordnetze stimmt nicht überein.
- Plus- und Minuspol oder die vorgesehenen Anschlusspunkte sind nicht eindeutig erkennbar.
In diesen Situationen sollte ein Pannendienst oder eine Werkstatt verständigt werden. An der Batterie darf nicht geraucht und nicht mit offenem Feuer gearbeitet werden. Beim Überbrücken können Funken entstehen und austretendes Knallgas entzünden.
Bedienungsanleitung des Fahrzeugs beachten
Vor der Starthilfe müssen die Betriebsanleitungen beider Fahrzeuge geprüft werden. Bei vielen modernen Autos befindet sich die Batterie im Kofferraum oder unter einem Sitz. Für die Starthilfe sind dann häufig besondere Anschlusspunkte im Motorraum vorgesehen.
Diese Starthilfepunkte müssen benutzt werden, wenn der Hersteller dies vorschreibt. Das gilt insbesondere für Fahrzeuge mit Start-Stopp-System, Batteriemanagement oder Energierückgewinnung.
Beide Fahrzeuge müssen die gleiche Bordspannung besitzen. Bei heutigen Pkw sind das normalerweise 12 Volt. Ein Fahrzeug mit einem 12-Volt-Bordnetz darf nicht mit einem 24-Volt-System überbrückt werden.
Das richtige Starthilfekabel verwenden
Das Überbrückungskabel muss unbeschädigt sein und über stabile, vollständig isolierte Polzangen verfügen. Blankes Metall darf nur an den Kontaktflächen der Zangen vorhanden sein. Empfehlenswert ist ein Kabel nach DIN 72553 oder mit GS-Prüfzeichen.
Der Kabelquerschnitt muss zum Fahrzeug und zum benötigten Startstrom passen. Dieselmotoren und große Benzinmotoren benötigen in der Regel stärkere Kabel als kleine Benzinmotoren. Zu dünne Kabel können sich stark erwärmen und den erforderlichen Startstrom nicht zuverlässig übertragen.
Die roten und schwarzen Kabel dürfen nicht verwechselt werden:
- Rot steht für Plus (+).
- Schwarz steht für Minus beziehungsweise Masse (−).
Eine Verpolung kann Kurzschlüsse sowie schwere Schäden an Steuergeräten, Generator und Fahrzeugelektronik verursachen.
Fahrzeuge vorbereiten
Vor dem Anschließen der Kabel werden beide Fahrzeuge sicher abgestellt. Dabei gilt:
- Feststellbremse betätigen.
- Bei einem Schaltwagen den Leerlauf einlegen.
- Bei einem Automatikfahrzeug die Stellung P wählen.
- Motor und Zündung beider Fahrzeuge ausschalten.
- Licht, Radio, Klimaanlage, Sitzheizung und andere Verbraucher ausschalten.
- Die Fahrzeuge dürfen sich nicht berühren.
- Die Kabel dürfen nicht in die Nähe von Lüftern, Keilriemen oder anderen beweglichen Teilen gelangen.
Steht das Pannenfahrzeug an einer befahrenen oder unübersichtlichen Stelle, muss zunächst der Verkehr abgesichert werden. Warnweste und Warndreieck schützen dabei vor Folgeunfällen.
Starthilfekabel richtig anschließen
Beim Anschließen ist die folgende Reihenfolge einzuhalten:
- Rotes Kabel an das Pannenfahrzeug: Die erste rote Klemme wird am Pluspol oder vorgesehenen Plusanschluss des Fahrzeugs mit der entladenen Batterie befestigt.
- Rotes Kabel an das Spenderfahrzeug: Die zweite rote Klemme kommt an den Pluspol beziehungsweise Plusanschluss des helfenden Fahrzeugs.
- Schwarzes Kabel an das Spenderfahrzeug: Eine schwarze Klemme wird am Minuspol oder vorgeschriebenen Massepunkt des Spenderfahrzeugs angeschlossen.
- Schwarzes Kabel an den Massepunkt des Pannenfahrzeugs: Die letzte Klemme kommt an den vom Hersteller vorgesehenen Massepunkt oder an ein stabiles, unlackiertes Metallteil am Motorblock.
Das schwarze Kabel sollte am Pannenfahrzeug nicht direkt mit dem Minuspol der entladenen Batterie verbunden werden. Am letzten Anschlusspunkt kann ein Funke entstehen. Durch den Abstand zur Batterie wird das Risiko reduziert, möglicherweise vorhandenes Knallgas zu entzünden.
Die Klemmen müssen fest sitzen. Sie dürfen sich nicht gegenseitig oder andere Metallteile berühren.
Motoren in der richtigen Reihenfolge starten
- Zunächst wird der Motor des Spenderfahrzeugs gestartet.
- Nach einigen Minuten wird versucht, das Pannenfahrzeug zu starten.
- Ein einzelner Startversuch sollte nicht länger als etwa zehn Sekunden dauern.
- Misslingt der Versuch, mindestens eine Minute warten und die Anschlüsse kontrollieren.
Springt der Motor auch nach höchstens drei Versuchen nicht an, sollten keine weiteren Experimente unternommen werden. Dann liegt möglicherweise ein anderer Defekt vor oder die Batterie ist so stark beschädigt, dass Starthilfe nicht mehr ausreicht. In diesem Fall ist professionelle Hilfe erforderlich.
Ist das Pannenfahrzeug angesprungen, lässt man beide Motoren zunächst noch einige Minuten laufen.
Starthilfekabel wieder entfernen
Vor dem Abklemmen können am gestarteten Pannenfahrzeug größere elektrische Verbraucher wie Licht, Gebläse oder Heckscheibenheizung eingeschaltet werden. Das hilft dabei, mögliche Spannungsspitzen beim Trennen der Kabel abzufangen.
Die Kabel werden anschließend in umgekehrter Reihenfolge entfernt:
- Schwarze Klemme vom Massepunkt des Pannenfahrzeugs lösen.
- Schwarze Klemme vom Spenderfahrzeug entfernen.
- Rote Klemme vom Spenderfahrzeug abnehmen.
- Rote Klemme vom Pannenfahrzeug entfernen.
Die Klemmen dürfen sich beim Abnehmen weder gegenseitig noch bewegliche Teile im Motorraum berühren. Danach werden die zuvor eingeschalteten, nicht benötigten Verbraucher wieder ausgeschaltet. Der Motor des Pannenfahrzeugs sollte weiterlaufen.
Wie wird die Batterie anschließend wieder geladen?
Der pauschale Rat, nach der Starthilfe lediglich 30 Kilometer zu fahren, reicht nicht immer aus. Wie schnell eine Batterie geladen wird, hängt unter anderem von ihrem Zustand, der Außentemperatur, dem Fahrzeug und den eingeschalteten Verbrauchern ab.
Am zuverlässigsten wird eine entladene Batterie mit einem geeigneten, geregelten Ladegerät vollständig aufgeladen. Dabei müssen das Ladeprogramm und der Batterietyp zusammenpassen. Fahrzeuge mit Start-Stopp-System verwenden häufig AGM- oder EFB-Batterien, für die ein kompatibles Ladegerät erforderlich ist.
Ist kein Ladegerät verfügbar, sollte eine längere Fahrt auf einer möglichst freien Strecke erfolgen. Eine kurze Fahrt durch den Stadtverkehr mit vielen eingeschalteten Verbrauchern reicht häufig nicht aus. Der Motor sollte nach der Starthilfe nicht unnötig wieder abgestellt werden.
Nach einer Tiefentladung sollte die Batterie überprüft werden. Eine ältere oder geschädigte Batterie kann trotz längerer Fahrt bereits beim nächsten Startversuch erneut ausfallen. Auch die Lichtmaschine und ein möglicher Ruhestromverbrauch sollten kontrolliert werden, wenn das Problem wiederholt auftritt.
Destilliertes Wasser nachfüllen?
Bei modernen, wartungsfreien Starterbatterien darf normalerweise kein Wasser nachgefüllt werden. Die Batterie sollte auch nicht gewaltsam geöffnet werden.
Nur bei älteren, ausdrücklich wartungsfähigen Blei-Säure-Batterien kann eine Kontrolle des Flüssigkeitsstands vorgesehen sein. Dabei sind die Anweisungen des Batterie- und Fahrzeugherstellers zu beachten. Aufgrund der enthaltenen Schwefelsäure sollte diese Arbeit im Zweifel einer Werkstatt überlassen werden.
Starthilfe bei Hybrid- und Elektroautos
Auch Hybrid- und Elektroautos besitzen gewöhnlich ein 12-Volt-Bordnetz. Ist dessen Batterie entladen, kann das Hochvoltsystem unter Umständen nicht mehr aktiviert werden.
Eine Starthilfe zu empfangen ist bei vielen Elektroautos möglich. Als Spenderfahrzeug dürfen Elektro- und Hybridautos jedoch häufig nicht eingesetzt werden, da ihre 12-Volt-Batterien und Bordnetze nicht für den hohen Startstrom eines anderen Fahrzeugs ausgelegt sind.
Maßgeblich ist ausschließlich die Betriebsanleitung des jeweiligen Fahrzeugs. Bauteile, Leitungen und Anschlüsse des Hochvoltsystems dürfen niemals für eine Starthilfe verwendet oder berührt werden.
Startbooster als Alternative
Ein geeigneter Startbooster kann die Starthilfe ohne zweites Fahrzeug ermöglichen. Das Gerät muss für den Fahrzeugtyp, die Bordspannung und den benötigten Startstrom zugelassen sein.
Auch hierbei sind die Bedienungsanleitungen von Fahrzeug und Booster einzuhalten. Lithium-Starthilfegeräte verlieren bei großer Kälte an Leistung und sollten nicht dauerhaft bei Minusgraden im Fahrzeug aufbewahrt werden.
Fazit
Ein klickendes Geräusch beim Starten deutet häufig auf eine schwache Autobatterie hin. Mit einem geeigneten Starthilfekabel lässt sich das Fahrzeug oftmals wieder starten. Entscheidend sind jedoch die Herstellerangaben, die richtige Polung und die korrekte Anschlussreihenfolge.
Bei einer beschädigten oder gefrorenen Batterie, unklaren Anschlüssen oder mehreren erfolglosen Startversuchen sollte ein Pannendienst gerufen werden. Nach erfolgreicher Starthilfe empfiehlt sich eine vollständige Ladung und gegebenenfalls eine Prüfung von Batterie und Ladesystem.
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