Die ersten Autokennzeichen

Die ersten Autokennzeichen

Erste Autos trugen noch keine Kennzeichen.
Erste Autos trugen noch keine Kennzeichen.

1890 begann die Verbreitung des Automobils. Zu diesem Zeitpunkt wurde alles noch nicht so detailliert geregelt wie heute. So gab es keinerlei Führerscheinprüfung oder gar Verkehrsregeln, Ampeln, Führerschein geschweige denn Autokennzeichen.

So war das Chaos auf den Strassen durch Verkehrs-Rowdys und Fahrerflucht vorprogrammiert. Der Pariser Polizeipräsident Louis Lepine (1846-1933) führte am 14. August 1893 vier Neuheiten ein. So gab es erstmals den Führerschein, die Fahrprüfung, Parkverbote, ausgewiesene Parkflächen und ein vorgeschriebenes Autokennzeichen für jedes Fahrzeug.

Die ersten Führerscheinprüfungen waren noch nicht so komplex und gut strukturiert wie heutige mit einer theoretischen und praktischen Prüfung. Man muss lediglich in der Lage sein den Wagen schadensfrei bewegen zu können.

Lepine galt als autoritär und ging hart vor gegen Menschenmassen wie Studentenunruhen. So nannte man ihn auch „den kleinen Mann mit dem großen Knüppel“

Er war jedoch sehr innovativ und führte Dinge ein wie systematisch arbeitende Fundbüros, Wasserstaffeln, Rettungshunde, rund um die Uhr besetzte Kommissariate und Fahrradstaffeln.

Weiterhin kam es durch sein Engagement zu ersten Kreisverkehren, Fußgängerüberwegen, Einbahnstraßen, Notruftelefone für Polizei und Feuerwehr, die Nutzung von Fingerabdrücken zur Täterüberführung etc.

Mit diesen Maßnahmen wollte er Herr der Lage werden und wildes Hupen, Chaos auf den Strassen sowie Fahrerflucht bei Unfällen oder gar angefahrenen Passanten durch die ungeübten und erfahrenen Fahrer der Automobile. Schadenersatz durchzusetzen war so nicht möglich, auch waren die Autofahrer der ersten Zeit sehr rabiat vor und züchtigten Fußgänger gern mit der Peitsche wenn sie ihnen im Weg waren.

Erste Autokennzeichen in Deutschland

Erst 1909 gab es in Deutschland einheitliche Autokennzeichen.
Erst 1909 gab es in Deutschland einheitliche Autokennzeichen.

Damit war Frankreich der Regelung des Straßenverkehrs Deutschland weit voraus. Hier dachte der Firmengründer Adam Opel (1837- 1895) noch, dass „Dieser Stinkkasten niemals mehr als sein ein Spielzeug für Millionäre, die nicht wissen, wie sie ihr Geld wegwerfen sollen.“.

Auch Kaiser Wilhelm II. wird ein entsprechendes Zitat zugeordnet, so soll er gesagt haben „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung.“

In Deutschland wurde so erst später die erste Fahrschule eröffnet, nämlich 1904 und auch einheitliche Kennzeichen für Kraftfahrzeuge gab es erst seit Oktober 1907 in Deutschland. In Bayern gab es sie schon 1899.

Seit 1909 wurde der Führerschein zur Bürgerpflicht. Denn auch in Deutschland wurde die ersten Fahrerfluchtfälle schon von 1870 bis 1890 erfasst.

Noch vor den Kennzeichen für Autos gab es schon welche für Fahrräder um gegen Fahrerflucht vorzugehen. Diese gibt es heute in Deutschland nicht mehr, so dass es schwierig ist bei Fahrerflucht gegen Radfahrer vorzugehen.

Auch in anderen großen Städten Europas, wie in London, führte die zunehmende Automobilisierung zu Verkehrschaos, das geregelt werden musste.

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