Kennzeichenerkennung

Kennzeichenerkennung

Automatisierte Kennzeichenerkennung kann durch Messysteme auf Autobahnbrücken erfolgen.
Automatisierte Kennzeichenerkennung kann durch Messsysteme auf Autobahnbrücken erfolgen.

Die automatische Kennzeichenerkennung ist eine Form der Videoüberwachung bei der man KFZ-Kennzeichen an Fahrzeugen mit Hilfe einer Schrifterkennung (OCR) erkennt.

Optical Character Recognition. In Deutschland verwendet man seit 2000 eine fälschungserwerende Schrift für die Kennzeichen bei der ähnliche Buchstaben und Ziffern wie die Zahl Null o und der Buchstabe O, die Ziffern 3 und 8, die Buchstaben E und F oder P und R von einander abweichend gestaltet wurden. Dieses erleichtert die Kennzeichenerkennung und erschwert Modifikationen an den Kennzeichen durch Kriminelle.

In den Niederlanden nutzt man seit 2002 ebenfalls eine veränderte Schriftart bei der kleine Leerräume für die Zeichen P und R eingefügt wurden. Diese vereinfachen ebenfalls eine automatisierte Autokennzeichenerkennung.

Bei anderen Kennzeichen-Erkennungssystemen setzt man gezielt auf verschiedene Schriftgrößen und Schriftpositionen für eine leichtere Erkennung.

Hierzu werden fest installierte Video- und Fotokameras verwendet in Geschwindigkeitsmessanlagen oder mit Hilfe von mobilen Geräten.

Auch die Kameras von Radar-Geräte oder Überwachungskameras können für die Kennzeichenerkennung eingesetzt werden.

Dabei kann pro Sekunde ein Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h erfasst werden.

Behörden können so eine automatische Beweisführung bei der Erhebung von Mautgebühren oder auch für die Verkehrsüberwachung wie bei einer Geschwindigkeitsmessung oder einer Abstandsmessung, Rotlicht-Zeichenmessung etc. erhalten.

Die Systeme speichern die aufgenommen Bilder und den erkannten Text und mit unter auch ein Foto des Fahrers. Man verwendet meist infrarotes Licht für eine bessere Ausleuchtung der Aufnahmen, so dass man unabhängig von der Tageszeit Aufnahmen machen kann.

Automatisierte Kennzeichenerfassung

Auch die Aufnahmen von Überwachungskameras können zur Kennzeichenerfassung verwendet werden.
Auch die Aufnahmen von Überwachungskameras können zur Kennzeichenerfassung verwendet werden.

Auch Blitzlicht kann eingesetzt werden. Die aufgenommen Fotos werden optisch aufgearbeitet und durch eine Schriftzeichenerkennung kann der alphanummerische Text ausgelesen werden. Die Auswertung kann vor Ort oder durch ein entferntes Rechenzentrum erfolgen. Eine Auswertung vor Ort kann innerhalb von 250 ms erfolgen.

Bei einer Übertragung können die Bilder komprimiert werden um die Übertragungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

In Deutschland erfolgt eine automatische Kennzeichenerkennung in Bayern, Hessen und Sachsen dauerhaft. Bei konkreten Fahnundsanlässen wird es nur in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern verwendet.

Allerdings sind die Systeme in Deutschland von einer hohen Fehlerrate betroffen und liefern somit häufig falsche Messwerte, so dass eine manuelle Überprüfung durch Polizeibeamte notwendig ist.

Die automatisierte Erkennung der Autokennzeichen soll beim Aufdecken von Straftaten helfen, wie nicht bezahlte Haftpflichtversicherung, Tankbetrug oder Kennzeichendiebstahl.

Im Zusammenhang der automatisierten Kennzeichen-Erkennung verwendet man auch die Kürzel LPR für License plate recognition, AVI für Automatic vehicle identification, ANPR für Automatic Number Plate Recognition oder CPR für car plate recognition.

Bei der Erkennung wird zunächst das die Position des Nummernschildes erkannt und es werden Unterschiede kompensiert bezüglich der räumlichen Lage und Größe des Schildes.

Nun wird das Nummernschild normalisiert, man bringt also Helligkeit und Kontrast auf einen einheitlichen Wert. Bei der Zeichensegmentierung erkennt man und trennt die Zeichen des Textes, die Zeichenerkennung ermittelt die einzelnen alphanummerischen Zeichen.

Filter ermöglichen es optische Störungen aus den Aufnahmen zu kompensieren.

Probleme bei der Erkennung können eine schlechte Bildqualität, unscharfe Bilder durch die hohe Geschwindigkeiten, verdeckte Schilder, schlechte Ausleuchtung etc. sein.

In einigen Ländern werden retroflektive Nummernschilder verwendet die das Licht in die Richtung der Quelle reflektieren und so bessere Aufnahmen ermöglichen bzw. nicht reflektierende Zeichen die bei schlechter Beleuchtung den Kontrast erhöhen.

Infrarot-Licht und Normallicht können so kombiniert je nach Beleuchtungsverhältnis zu guten Ergebnissen führen. Für eine Beweisführung wird jedoch ein Echfarben-Bild benötigt.

Neben einer absichtlichen Verdeckung von Kennzeichen können diese bei der Erfassung durch andere Fahrzeuge verdeckt werden. In anderen Ländern muss man daher beispielsweise beim Transport von Fahrrädern, die das Kennzeichen verdecken, ein zusätzliches Nummernschild anbringen, wie in Australien, Österreich oder New South Wales.

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