
Kurz erklärt: Tschechische Autokennzeichen bestehen in der Regel aus sieben Zeichen. Bei neueren Standardkennzeichen weist ein Buchstabe im ersten Zeichenblock auf die Zulassungsregion, den sogenannten „Kraj“, hin. Das internationale Länderkennzeichen lautet CZ.
In Tschechien begegnen Autofahrern vor allem zwei Kennzeichensysteme: dem seit 2001 verwendeten System mit regionalem Buchstabencode und älteren Kennzeichen nach dem 1960 eingeführten System. Die alten Kennzeichen können weiterhin an Fahrzeugen zu sehen sein, sofern sie nicht ersetzt wurden.
Aufbau tschechischer Autokennzeichen
Ein heutiges Standardkennzeichen enthält zunächst einen Block aus drei Zeichen und anschließend einen Block aus vier Ziffern. Ein regionaler Buchstabe im ersten Block gibt an, in welcher Region das Fahrzeug ursprünglich zugelassen wurde.
Ein mögliches Kennzeichen aus Prag lautet beispielsweise 1AA 3490. Der Buchstabe A steht dabei für die Hauptstadt Prag. Durch fortlaufende Vergabe und zusätzliche Buchstabenkombinationen können die Kennzeichen innerhalb einer Region unterschiedlich aufgebaut sein.
Bei Motorrädern, Mopeds und Fahrzeugen mit besonderen Kennzeichenformaten weichen Anordnung und Anzahl der Zeichen teilweise ab. Standardkennzeichen besitzen einen weißen, reflektierenden Untergrund mit schwarzer Schrift.
Auf dem hinteren Kennzeichen kann sich außerdem die Prüfplakette für die technische Untersuchung befinden. Informationen zur Fahrzeugprüfung finden Sie im Beitrag über die Hauptuntersuchung.
EU-Balken und Länderkennung CZ
Seit dem EU-Beitritt Tschechiens im Jahr 2004 tragen neu ausgegebene Kennzeichen üblicherweise links einen blauen Eurostreifen. Darauf befinden sich die europäischen Sterne und die Landeskennung CZ.
Das Kürzel CZ steht für die Tschechische Republik beziehungsweise Tschechien. Ältere Kennzeichen können noch ohne Eurofeld vorkommen.
Kürzel der 14 Zulassungsregionen
Bei Standardkennzeichen lässt sich die Zulassungsregion anhand des regionalen Buchstabens erkennen. Die Buchstaben beziehen sich auf die 14 tschechischen Regionen einschließlich der Hauptstadt Prag.
| Kürzel | Kraj/Zulassungsregion | Verwaltungssitz | Deutsche Bezeichnung |
|---|---|---|---|
| A | Hlavní město Praha | Praha | Hauptstadt Prag |
| B | Jihomoravský kraj | Brno | Südmährische Region |
| C | Jihočeský kraj | České Budějovice | Südböhmische Region |
| E | Pardubický kraj | Pardubice | Pardubitzer Region |
| H | Královéhradecký kraj | Hradec Králové | Königgrätzer Region |
| J | Kraj Vysočina | Jihlava | Region Hochland |
| K | Karlovarský kraj | Karlovy Vary | Karlsbader Region |
| L | Liberecký kraj | Liberec | Reichenberger Region |
| M | Olomoucký kraj | Olomouc | Olmützer Region |
| P | Plzeňský kraj | Plzeň | Pilsner Region |
| S | Středočeský kraj | Praha | Mittelböhmische Region |
| T | Moravskoslezský kraj | Ostrava | Mährisch-Schlesische Region |
| U | Ústecký kraj | Ústí nad Labem | Aussiger Region |
| Z | Zlínský kraj | Zlín | Zliner Region |
Wichtig: Der Buchstabe kennzeichnet die Region der ursprünglichen Zulassung. Er sagt nicht zwingend aus, wo sich das Fahrzeug heute befindet oder wo der aktuelle Halter wohnt.
Sicherheitsmerkmale
Tschechische Kennzeichenschilder bestehen aus Aluminium und besitzen eine reflektierende Oberfläche. Zeichen werden in die Platte geprägt. Hinzu kommen Sicherheitsmerkmale, die Fälschungen und unbefugte Veränderungen erschweren sollen.
Je nach Ausführung können kleine Sicherheitselemente mit der Kennzeichnung „CZ“ bei verändertem Blickwinkel sichtbar werden. Form und Ausstattung älterer Schilder können von aktuellen Kennzeichen abweichen.
Sonderkennzeichen in Tschechien
Neben den regulären Autokennzeichen gibt es in Tschechien mehrere Sonderformen. Sie unterscheiden sich unter anderem durch Farbe, Aufbau, Kennbuchstaben oder ein zusätzliches Gültigkeitsfeld.
- Wunschkennzeichen mit einer frei gewählten Kombination
- Exportkennzeichen mit zeitlich begrenzter Gültigkeit
- Diplomaten- und Konsularkennzeichen
- Kennzeichen für historische und sportlich eingesetzte Fahrzeuge
- Überführungs-, Händler- und Prüfkennzeichen
- besondere Kennzeichen für Elektrofahrzeuge
Wunschkennzeichen

Individuelle Wunschkennzeichen werden in Tschechien seit 2016 angeboten. Für einen Pkw besteht die gewünschte Kombination aus acht Zeichen. Bei Motorrädern und Mopeds gelten abhängig vom Kennzeichenformat kürzere Kombinationen.
Die Gebühr beträgt derzeit 5.000 tschechische Kronen je Kennzeichentafel. Da ein Pkw normalerweise zwei Tafeln benötigt, fallen dafür insgesamt 10.000 Kronen an. Die Bearbeitung dauert nach Angaben des tschechischen Verwaltungsportals üblicherweise etwa 15 Tage.
Für die Zeichenkombination gelten mehrere Vorgaben:
- Erlaubt sind Großbuchstaben des lateinischen Alphabets ohne Sonderzeichen sowie arabische Ziffern.
- Die Kombination muss mindestens eine Ziffer enthalten.
- Die Buchstaben G, O, Q und W sowie die tschechische Buchstabenkombination CH werden wegen möglicher Verwechslungen nicht verwendet.
- Beleidigende, diskriminierende oder anderweitig unzulässige Begriffe werden nicht genehmigt.
- Abkürzungen von Behörden oder staatlichen Einrichtungen können ausgeschlossen sein.
- Eine bereits vergebene Kombination kann nicht noch einmal zugeteilt werden.
Ein Beispiel ist die Kombination FANT0MAS, bei der die Ziffer 0 anstelle des nicht zulässigen Buchstabens O verwendet wird. Über die endgültige Zulässigkeit entscheidet die zuständige tschechische Zulassungsbehörde.
Exportkennzeichen
Exportkennzeichen werden für Fahrzeuge ausgegeben, die dauerhaft aus dem tschechischen Fahrzeugregister abgemeldet und ins Ausland ausgeführt werden. Sie besitzen schwarze Zeichen auf weißem Grund und zusätzlich ein rotes Feld, in dem die begrenzte Gültigkeit vermerkt wird.
Die Gültigkeitsdauer richtet sich nach der behördlichen Ausstellung und darf nicht einfach aus dem übrigen Zahlen- oder Buchstabencode abgeleitet werden.
Diplomatenkennzeichen
Diplomatenkennzeichen tragen dunkelblaue Zeichen auf weißem Grund. Je nach Status des Fahrzeughalters kommen unter anderem folgende Buchstabenkombinationen vor:
- CD für diplomatische Fahrzeuge
- XX und XS für weitere diplomatische oder konsularische Statusgruppen
- HC für Honorarkonsuln
Bei Pkw bestehen diese Kennzeichen zusätzlich aus fünf Ziffern. Motorräder und Mopeds verwenden kürzere Zahlenfolgen.
Historische Fahrzeuge, Sportfahrzeuge und Prüfkennzeichen
Für historische Fahrzeuge, Sportfahrzeuge und Prüfzwecke existieren eigene Kennzeichentypen. Historische Fahrzeuge sind häufig an einem V zu erkennen, das für „veterán“ steht. Kennzeichen für Prüfzwecke beginnen mit dem Buchstaben F.
Bestimmte Händler-, Überführungs- oder Prüfkennzeichen verwenden grüne Schrift auf weißem Grund. Gelbe Kennzeichentafeln mit schwarzer Schrift sind unter anderem für bestimmte Traktoren, Arbeitsmaschinen und zugehörige Anhänger vorgesehen. Die Farbe allein reicht deshalb nicht immer aus, um den genauen Verwendungszweck zweifelsfrei zu bestimmen.
Militärkennzeichen
Fahrzeuge der tschechischen Streitkräfte verwenden ein eigenes, überwiegend numerisches Kennzeichensystem. Diese Kennzeichen folgen nicht der regionalen Buchstabencodierung ziviler Fahrzeuge.
Aus einzelnen Ziffern sollte ohne weitere Unterlagen weder das Baujahr noch die konkrete militärische Einheit sicher abgeleitet werden. Bei älteren Militärkennzeichen existieren zwar historische Deutungssysteme, diese lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf heutige Fahrzeuge übertragen.
Kennzeichensystem von 1960
Das 1960 eingeführte tschechoslowakische Kennzeichensystem ermöglichte ebenfalls Rückschlüsse auf den Zulassungsort. Die Kennzeichen begannen normalerweise mit zwei oder drei Buchstaben. Die ersten Buchstaben bezeichneten den damaligen Kreis beziehungsweise Bezirk. Für Prag wurde häufig allein der Buchstabe A verwendet.
Darauf folgten zwei Zahlenblöcke mit jeweils zwei Ziffern, die durch einen Bindestrich getrennt waren. Abhängig von Fahrzeugart und Verwendungszweck gab es abweichende Farben und Kennzeichenformen. Anhänger, Nutzfahrzeuge und Motorräder konnten deshalb anders aussehen als gewöhnliche Pkw.
Das internationale Unterscheidungszeichen der Tschechoslowakei lautete CS. Nach der staatlichen Teilung im Jahr 1993 wurden für Tschechien CZ und für die Slowakei SK verwendet.
Kennzeichenkürzel des Systems von 1960
Im Kennzeichensystem von 1960 wurden unter anderem folgende regionale Kürzel verwendet. Einige Codes waren bestimmten Fahrzeugarten vorbehalten, wurden nur zeitweise ausgegeben oder dienten als Reserve.
| Kürzel | Okres (Kreis/Bezirk) | Deutsche Bezeichnung |
|---|---|---|
| A | Praha | Prag |
| BE | Beroun | Beraun |
| BI | Brno-venkov; nur für gewerblich genutzte Fahrzeuge mit gelbem Kennzeichen | Brünn-Land |
| BK | Blansko | Blanz |
| BM | Brno-město | Brünn-Stadt |
| BN | Benešov | Beneschau |
| BO | Brno-venkov | Brünn-Land |
| BR | Bruntál | Freudenthal |
| BS | Brno-město | Brünn-Stadt |
| BV | Břeclav | Lundenburg |
| BZ | Brno-město | Brünn-Stadt |
| CB | České Budějovice | Budweis |
| CE | České Budějovice; nur für gewerblich genutzte Fahrzeuge mit gelbem Kennzeichen | Budweis |
| CH | Cheb | Eger |
| CK | Český Krumlov | Krumau |
| CL | Česká Lípa | Böhmisch Leipa |
| CR | Chrudim | Chrudim |
| CV | Chomutov | Komotau |
| DC | Děčín | Tetschen-Bodenbach |
| DO | Domažlice | Taus |
| FI | Frýdek-Místek; vermutlich nicht regulär ausgegebener Reservecode | Friedeck-Mistek |
| FM | Frýdek-Místek | Friedeck-Mistek |
| GT | Gottwaldov; ab 1990 Zlín | Zlin |
| GV | Gottwaldov; ab 1990 Zlín | Zlin |
| HB | Havlíčkův Brod | Deutschbrod |
| HK | Hradec Králové | Königgrätz |
| HO | Hodonín | Göding |
| HR | Hradec Králové | Königgrätz |
| JC | Jičín | Jitschin |
| JE | Jeseník; seit 1996 | Freiwaldau |
| JI | Jihlava | Iglau |
| JH | Jindřichův Hradec | Neuhaus |
| JN | Jablonec nad Nisou | Gablonz an der Neiße |
| KA | Karviná | Karwin |
| KD | Kladno | Kladno |
| KH | Kutná Hora | Kuttenberg |
| KI | Karviná | Karwin |
| KL | Kladno | Kladno |
| KM | Kroměříž | Kremsier |
| KO | Kolín | Kolin |
| KR | Karlovy Vary; vermutlich nicht regulär ausgegebener Reservecode | Karlsbad |
| KT | Klatovy | Klattau |
| KV | Karlovy Vary | Karlsbad |
| LB | Liberec | Reichenberg |
| LI | Liberec; nur für gewerblich genutzte Fahrzeuge mit gelbem Kennzeichen | Reichenberg |
| LN | Louny | Laun |
| LT | Litoměřice | Leitmeritz |
| MB | Mladá Boleslav | Jungbunzlau |
| ME | Mělník | Melnik |
| MO | Most | Brüx |
| NA | Náchod | Nachod |
| NB | Nymburk | Nimburg |
| NJ | Nový Jičín | Neutitschein |
| OC | Olomouc | Olmütz |
| OL | Olomouc | Olmütz |
| OM | Olomouc; vermutlich nicht regulär ausgegebener Reservecode | Olmütz |
| OP | Opava | Troppau |
| OS | Ostrava-město | Ostrau-Stadt |
| OT | Ostrava-město | Ostrau-Stadt |
| OV | Ostrava-město | Ostrau-Stadt |
| PA | Pardubice | Pardubitz |
| PB | Příbram | Pibrans |
| PC | Praha-západ; nur für Motorräder | Prag-West |
| PE | Pelhřimov | Pilgrams |
| PH | Praha-východ | Prag-Ost |
| PI | Písek | Pisek |
| PJ | Plzeň-jih | Pilsen-Süd |
| PM | Plzeň-město | Pilsen-Stadt |
| PN | Plzeň-město | Pilsen-Stadt |
| PR | Přerov | Prerau |
| PS | Plzeň-sever | Pilsen-Nord |
| PT | Prachatice | Prachatitz |
| PU | Pardubice | Pardubitz |
| PV | Prostějov | Proßnitz |
| PY | Praha-východ | Prag-Ost |
| PZ | Praha-západ | Prag-West |
| RA | Rakovník | Rakonitz |
| RK | Rychnov nad Kněžnou | Reichenau an der Knieschna |
| RO | Rokycany | Rokitzan |
| SM | Semily | Semil |
| SO | Sokolov | Falkenau an der Eger |
| ST | Strakonice | Strakonitz |
| SU | Šumperk | Mährisch Schönberg |
| SY | Svitavy | Zwittau |
| TA | Tábor | Tabor |
| TC | Tachov | Tachau |
| TP | Teplice | Teplitz |
| TR | Třebíč | Trebitsch |
| TU | Trutnov | Trautenau |
| UH | Uherské Hradiště | Ungarisch Hradisch |
| UL | Ústí nad Labem | Aussig |
| UO | Ústí nad Orlicí | Wildenschwert |
| US | Ústí nad Labem; nur für Motorräder | Aussig |
| VS | Vsetín | Wesetin |
| VY | Vyškov | Wischau |
| ZL | Zlín | Zlin |
| ZN | Znojmo | Znaim |
| ZR | Žďár nad Sázavou | Saar |
Historische Kennzeichen von 1932 bis 1953
Vor der Einführung des tschechoslowakischen Systems galten in den böhmischen und mährischen Gebieten unterschiedliche ältere Zulassungsordnungen. Einen historischen Bezug bietet unter anderem das frühere Kennzeichensystem von Österreich beziehungsweise Österreich-Ungarn.
Zwischen 1932 und 1939 sowie erneut von 1945 bis 1953 wurden regionale Buchstaben verwendet. Dazu gehörten unter anderem Č für Böhmen, M für Mähren, P für Prag, S für die Slowakei und R für die Karpatenukraine.
Während der deutschen Besatzungszeit von 1939 bis 1945 kamen in den betroffenen Gebieten Kennzeichen nach Vorgaben des damaligen deutschen Kennzeichensystems zum Einsatz. Historische Kennzeichen lassen sich daher nur unter Berücksichtigung des jeweiligen Ausgabejahres und Verwaltungsgebiets zuverlässig einordnen.
Zusammenfassung: Bei heutigen tschechischen Standardkennzeichen zeigt ein Buchstabe im ersten Zeichenblock die ursprüngliche Zulassungsregion an. Das Länderkennzeichen lautet CZ. Daneben bestehen eigene Systeme für Wunsch-, Export-, Diplomaten-, historische und weitere besondere Fahrzeuge.
Das Nummernschild mit der NR: OZ 97 25 kann ich nicht finden.
Das Auto dazu (Tatra JK2500) gab es aber. Können Sie helfen?
Vielen Dank,
Matthias
Was ist das für ein Kennzeichen
CZ. XXX XXXX3