Autokennzeichen in der Schweiz: Kantonskürzel und Kontrollschilder

Autokennzeichen werden in der Schweiz offiziell als Kontrollschilder bezeichnet. Umgangssprachlich sind außerdem die Begriffe Nummernschild, Autonummer oder Fahrzeugnummer verbreitet.
Ein reguläres Schweizer Kontrollschild besteht aus einem zweistelligen Kantonskürzel und einer individuellen Nummer. Ein typisches Kennzeichen lautet beispielsweise:
BE 123456
- BE steht für den Kanton Bern.
- 123456 ist die individuelle Kontrollschildnummer.
Anders als in Deutschland wird das Kontrollschild grundsätzlich dem Halter und nicht dauerhaft einem bestimmten Fahrzeug zugeteilt. Beim Fahrzeugwechsel kann die bisherige Nummer deshalb häufig weiterverwendet werden.
Schweizer Kontrollschilder auf einen Blick
| Merkmal | Bedeutung |
|---|---|
| Offizielle Bezeichnung | Kontrollschild |
| Internationales Länderkennzeichen | CH |
| Kantonskürzel | Zwei Buchstaben |
| Nummer | Je nach Kanton bis zu sechs oder inzwischen teilweise sieben Ziffern |
| Vorderes Schild | Kantonskürzel und Nummer |
| Hinteres Schild | Zusätzlich Schweizer Wappen und Kantonswappen |
| Standardfarbe | Schwarze Zeichen auf weißem Grund |
| Zuteilung | Grundsätzlich an den Halter |
| Wechselschild | Für höchstens zwei Fahrzeuge |
| U am Ende | Händlerschild beziehungsweise Kollektiv-Kontrollschild |
| Z am Ende | Zollkontrollschild mit begrenzter Gültigkeit |
Wie ist ein Schweizer Autokennzeichen aufgebaut?
Das gewöhnliche Kontrollschild besteht aus:
- einem zweistelligen Kantonskürzel,
- einer fortlaufend oder nach kantonalen Regeln vergebenen Nummer,
- auf der hinteren Tafel zusätzlich dem Schweizer Wappen und dem Kantonswappen.
Die Nummer kann je nach Kanton und Fahrzeugart unterschiedlich viele Ziffern besitzen. Niedrige und besonders einprägsame Nummern sind häufig sehr begehrt und werden von einigen Kantonen versteigert.
Aufgrund der steigenden Zahl zugelassener Fahrzeuge dürfen betroffene Kantone seit Ende 2024 vorübergehend auch siebenstellige Kontrollschildnummern für Motorwagen, Motoreinachser und Anhänger ausgeben. Zuvor waren reguläre Nummern grundsätzlich auf sechs Ziffern begrenzt.
Vorderes und hinteres Kontrollschild
Das vordere Schweizer Kontrollschild ist kleiner und einfacher gestaltet. Es enthält normalerweise nur:
- das Kantonskürzel und
- die Kontrollschildnummer.
Das hintere Kontrollschild enthält zusätzlich:
- links das Schweizer Wappen mit dem weißen Kreuz auf rotem Grund und
- rechts das Wappen des ausgebenden Kantons.
Dadurch lässt sich auf der hinteren Tafel nicht nur das Kantonskürzel lesen, sondern auch das zugehörige Kantonswappen erkennen.
Was bedeutet CH?
Das internationale Kfz-Länderkennzeichen der Schweiz lautet CH. Die Abkürzung steht für den lateinischen Staatsnamen Confoederatio Helvetica, auf Deutsch Schweizerische Eidgenossenschaft.
Das Länderzeichen CH ist nicht Bestandteil der normalen kantonalen Kontrollschildnummer. Bei Fahrten ins Ausland muss es deshalb grundsätzlich als separates ovales Länderzeichen am Fahrzeug angebracht sein, sofern es nicht bereits in einer anerkannten Form auf dem Fahrzeug vorhanden ist.
Kontrollschild gehört zum Halter und nicht zum Fahrzeug

In der Schweiz ist ein Kontrollschild grundsätzlich dem Fahrzeughalter zugeordnet. Beim Verkauf eines Fahrzeugs bleibt die Nummer daher normalerweise nicht automatisch am Auto.
Der bisherige Halter kann seine Kontrollschilder:
- für ein neues Fahrzeug weiterverwenden,
- beim kantonalen Strassenverkehrsamt hinterlegen,
- unter bestimmten kantonalen Bedingungen auf eine andere Person übertragen oder
- endgültig zurückgeben.
Der Käufer des Fahrzeugs verwendet seine eigenen Kontrollschilder oder erhält vom Strassenverkehrsamt neue Tafeln.
Die genauen Fristen, Gebühren und Übertragungsmöglichkeiten unterscheiden sich zwischen den Kantonen.
Was ist ein Wechselschild?
Ein Schweizer Wechselschild kann für höchstens zwei Fahrzeuge verwendet werden. Beide Fahrzeuge müssen auf denselben Halter zugelassen sein und derselben Fahrzeugkategorie angehören.
Ein Wechselschild kann beispielsweise für zwei Personenwagen oder zwei Motorräder verwendet werden. Eine gemeinsame Verwendung für einen Personenwagen und ein Motorrad ist dagegen grundsätzlich nicht möglich.
Wichtig ist:
- Nur das Fahrzeug, an dem die Tafeln angebracht sind, darf auf öffentlichen Straßen gefahren werden.
- Das Fahrzeug ohne Tafeln darf nicht auf einer öffentlichen Verkehrsfläche stehen.
- Für jedes Fahrzeug wird ein eigener Fahrzeugausweis ausgestellt.
- Die Schilder selbst werden zwischen den beiden Fahrzeugen gewechselt.
Die Versicherungskosten können bei einem Wechselschild günstiger sein als bei zwei vollständig getrennten Zulassungen. Die genaue Berechnung hängt von Fahrzeugen, Kanton und Versicherung ab.
Kann man den Halter über das Kennzeichen abfragen?
In vielen Schweizer Kantonen ist eine Halterauskunft anhand der Kontrollschildnummer möglich. Die Abfrage wird häufig als Autoindex bezeichnet.
Welche Angaben veröffentlicht werden und ob die Abfrage kostenlos, gebührenpflichtig oder nur nach einem begründeten Gesuch möglich ist, unterscheidet sich von Kanton zu Kanton.
Fahrzeughalter können in vielen Kantonen eine Auskunftssperre beantragen. Ist eine solche Sperre eingetragen, werden die Halterdaten nicht öffentlich angezeigt. Behörden können im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgaben weiterhin auf die erforderlichen Informationen zugreifen.
Die pauschale Aussage, jeder könne in der Schweiz stets den Halter eines Kennzeichens abfragen, ist deshalb nicht richtig. Maßgeblich sind die Regelungen des jeweiligen Kantons.
Alle Kantonskürzel der Schweiz

| Kürzel | Kanton | Kantonshauptort |
|---|---|---|
| AG | Aargau | Aarau |
| AI | Appenzell Innerrhoden | Appenzell |
| AR | Appenzell Ausserrhoden | Herisau |
| BE | Bern | Bern |
| BL | Basel-Landschaft | Liestal |
| BS | Basel-Stadt | Basel |
| FR | Freiburg beziehungsweise Fribourg | Freiburg |
| GE | Genf beziehungsweise Genève | Genf |
| GL | Glarus | Glarus |
| GR | Graubünden beziehungsweise Grigioni oder Grischun | Chur |
| JU | Jura | Delémont |
| LU | Luzern | Luzern |
| NE | Neuenburg beziehungsweise Neuchâtel | Neuenburg |
| NW | Nidwalden | Stans |
| OW | Obwalden | Sarnen |
| SG | St. Gallen | St. Gallen |
| SH | Schaffhausen | Schaffhausen |
| SO | Solothurn | Solothurn |
| SZ | Schwyz | Schwyz |
| TG | Thurgau | Frauenfeld |
| TI | Tessin beziehungsweise Ticino | Bellinzona |
| UR | Uri | Altdorf |
| VD | Waadt beziehungsweise Vaud | Lausanne |
| VS | Wallis beziehungsweise Valais | Sitten beziehungsweise Sion |
| ZG | Zug | Zug |
| ZH | Zürich | Zürich |
Welche Farben haben Schweizer Kontrollschilder?
Die Farbe eines Schweizer Kontrollschilds gibt Hinweise auf die Fahrzeugart oder den Verwendungszweck.
| Farbe | Verwendung |
|---|---|
| Weiß mit schwarzer Schrift | Gewöhnliche Motorwagen, Motorräder und Anhänger |
| Blau mit schwarzer Schrift | Arbeitsmotorwagen |
| Grün mit schwarzer Schrift | Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge |
| Braun mit schwarzer Schrift | Ausnahmefahrzeuge |
| Gelb mit schwarzer Schrift | Bestimmte Kleinmotorfahrzeuge und Leichtmotorfahrzeuge |
| Schwarz mit weißer Schrift | Militärfahrzeuge |
Da jede kantonale Nummernserie eigenständig geführt wird, kann dieselbe Zahl in unterschiedlichen Kantonen vorkommen. So sind beispielsweise AG 12345 und ZH 12345 zwei vollständig unterschiedliche Kontrollschilder.
Weiße Kontrollschilder
Weiße Tafeln mit schwarzer Schrift sind die normalen Schweizer Kontrollschilder. Sie werden unter anderem verwendet für:
- Personenwagen,
- Lieferwagen,
- Lastwagen,
- Motorräder und
- Anhänger.
Je nach Fahrzeugart unterscheiden sich Format und Größe der Tafeln.
Blaue Kontrollschilder
Blaue Kontrollschilder mit schwarzer Schrift werden für Arbeitsmotorwagen verwendet. Dazu gehören Fahrzeuge, die nicht hauptsächlich dem Personen- oder Gütertransport dienen, sondern für die Ausführung bestimmter Arbeiten gebaut sind.
Beispiele können je nach Zulassung sein:
- bestimmte Baumaschinen,
- Arbeitsmaschinen,
- selbstfahrende Geräte und
- besondere Kommunal- oder Unterhaltsfahrzeuge.
Grüne Kontrollschilder
Grüne Kontrollschilder mit schwarzer Schrift sind für land- und forstwirtschaftliche Motorfahrzeuge vorgesehen.
Die Fahrzeuge dürfen nur im Rahmen der für ihre Kategorie geltenden gesetzlichen Vorgaben eingesetzt werden. Ein grünes Schweizer Kontrollschild kennzeichnet daher kein Elektrofahrzeug.
Braune Kontrollschilder
Braune Kontrollschilder mit schwarzer Schrift werden für Ausnahmefahrzeuge ausgegeben. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die wegen ihrer Abmessungen, ihres Gewichts oder ihrer Bauart nicht den allgemeinen Vorschriften entsprechen.
Für solche Fahrzeuge können besondere Bewilligungen, Auflagen oder Fahrtrouten gelten.
Gelbe Kontrollschilder
Gelbe Kontrollschilder mit schwarzer Schrift werden für bestimmte Kleinmotorfahrzeuge und Leichtmotorfahrzeuge verwendet.
Das konkrete Format hängt von der Fahrzeugkategorie ab. Für Kleinmotorräder und vergleichbare Fahrzeuge bestehen besonders kompakte Tafelformate.
U-Schilder: Händlerschilder und Garagennummern
Ein Kontrollschild mit dem Buchstaben U hinter der Nummer ist ein sogenanntes Händlerschild. Offiziell gehört es zu einem Kollektiv-Fahrzeugausweis.
Umgangssprachlich werden solche Schilder auch bezeichnet als:
- Garagennummer,
- Garagenschild,
- Händlernummer oder
- U-Nummer.
Sie können unter bestimmten Voraussetzungen an verschiedenen Fahrzeugen verwendet werden. Berechtigt sind insbesondere:
- Fahrzeughersteller,
- Importeure,
- Händler,
- Reparaturbetriebe und
- andere entsprechend bewilligte Unternehmen.
Händlerschilder werden beispielsweise eingesetzt für:
- Probefahrten,
- Überführungsfahrten,
- Fahrten zur Fahrzeugprüfung,
- Fahrten im Zusammenhang mit Reparatur oder Handel.
Die Tafeln müssen vorschriftsmäßig am Fahrzeug angebracht sein. Eine beliebige Befestigung hinter der Windschutzscheibe oder mit ungeeigneten Magneten ist nicht zulässig, wenn dadurch Sichtbarkeit, Sicherheit oder gesetzliche Anforderungen beeinträchtigt werden.
Schweizer Händlerschilder werden nicht in jedem Staat automatisch anerkannt. Mit Deutschland und Italien bestehen jedoch bilaterale Vereinbarungen, nach denen Schweizer Kollektiv-Fahrzeugausweise und Händlerschilder bei bestimmten Fahrten anerkannt werden.
Z-Schilder: befristete Zollkontrollschilder
Steht hinter der Nummer der Buchstabe Z, handelt es sich um ein befristetes Zollkontrollschild.
Z-Schilder werden insbesondere für Fahrzeuge verwendet, die:
- nicht oder noch nicht endgültig verzollt sind,
- vorübergehend in der Schweiz zugelassen werden oder
- unter bestimmten zollrechtlichen Voraussetzungen ausgeführt werden sollen.
Die Gültigkeit ist zeitlich begrenzt. Das Ablaufdatum wird durch eine besondere Kontrollmarke beziehungsweise eine Datumsangabe kenntlich gemacht.
Zollschilder sind nicht mit U-Händlerschildern zu verwechseln. Das U bezeichnet die gewerbliche Verwendung im Rahmen eines Kollektiv-Fahrzeugausweises, während das Z auf eine zeitlich und zollrechtlich begrenzte Zulassung hinweist.
Gibt es noch V-Schilder?
V-Schilder wurden früher für bestimmte Mietfahrzeuge verwendet. Diese besondere Kennzeichnung wurde jedoch abgeschafft.
Moderne Mietwagen tragen gewöhnliche kantonale Kontrollschilder und sind daher nicht mehr allein anhand eines V hinter der Nummer als Mietfahrzeuge erkennbar.
Kontrollschilder für Fahrzeuge des Bundes
Für bestimmte Fahrzeuge des Bundes bestehen besondere Kontrollschildserien. In älteren Übersichten wird hierfür häufig der Buchstabe A genannt.
Die genaue Verwendung hängt von der zuständigen Bundesstelle und der jeweiligen Fahrzeugkategorie ab. Solche Schilder gehören nicht zu den normalen kantonalen Nummernserien.
Postfahrzeuge und das Kürzel P
Historisch wurden für Fahrzeuge der Schweizerischen Post besondere Kontrollschilder mit dem Buchstaben P verwendet.
Heute tragen viele Fahrzeuge der Post und ihrer Tochtergesellschaften normale kantonale Kontrollschilder. Ältere P-Schilder können jedoch auf historischen Fahrzeugen, Bildern oder in Sammlungen vorkommen.
Militärkontrollschilder
Fahrzeuge der Schweizer Armee verwenden besondere schwarze Kontrollschilder mit weißer Schrift. Die Nummer beginnt mit dem Buchstaben M.
Beispiele für solche Fahrzeuge sind:
- Militärlastwagen,
- Geländefahrzeuge,
- Transportfahrzeuge,
- gepanzerte Fahrzeuge und
- weitere Fahrzeuge der Armee und bestimmter Bundesstellen.
Die Schilder werden nicht von einem kantonalen Strassenverkehrsamt, sondern von der zuständigen militärischen Zulassungsstelle verwaltet.
Die detaillierten Nummernserien einzelner militärischer Fahrzeugtypen ändern sich im Laufe der Zeit und sind für die allgemeine Erkennung eines Schweizer Militärkennzeichens nicht erforderlich. Entscheidend sind der schwarze Grund, die weiße Schrift und das M am Anfang.
Diplomatenkennzeichen in der Schweiz
Fahrzeuge diplomatischer und konsularischer Vertretungen sowie internationaler Organisationen können besondere Diplomatenkennzeichen erhalten.
Zu den verwendeten Statuskürzeln gehören:
- CD – diplomatische Vertretungen und Personen mit diplomatischem Status,
- CC – Berufskonsularbeamte und bestimmte konsularische Fahrzeuge,
- AT – administratives und technisches Personal diplomatischer Missionen.
Abhängig vom Status können grüne oder blaue Zusatzfelder verwendet werden:
- Grüne Kennzeichnung wird insbesondere bei bilateralen diplomatischen und konsularischen Vertretungen verwendet.
- Blaue Kennzeichnung kann Fahrzeuge ständiger Missionen bei internationalen Organisationen betreffen.
Die Nummer enthält außerdem Angaben zur zuständigen Region, zum Fahrzeug beziehungsweise zur Vertretung und zum Herkunftsstaat oder zur Organisation.
Da Genf Sitz zahlreicher internationaler Organisationen ist, kommen dort besonders viele Diplomaten- und Missionskennzeichen vor.
Kontrollschildnummern kaufen und versteigern
Besonders kurze, niedrige oder einprägsame Kontrollschildnummern sind in der Schweiz begehrt. Viele Kantone versteigern solche Nummern über eigene Onlineplattformen.
Beliebt sind insbesondere:
- einstellige Nummern,
- zweistellige Nummern,
- Schnapszahlen wie 11111,
- Spiegelzahlen,
- runde Nummern und
- Zahlen mit persönlicher Bedeutung.
Die Regeln unterscheiden sich erheblich zwischen den Kantonen. Je nach Kanton kann eine Nummer:
- frei versteigert werden,
- nur innerhalb der Familie übertragen werden,
- an bestimmte Wohnsitzvoraussetzungen gebunden sein oder
- nach der Rückgabe erneut vom Kanton vergeben werden.
Eine Kontrollschildnummer ist daher nicht in der gesamten Schweiz wie ein frei handelbarer privater Gegenstand übertragbar. Maßgeblich sind immer die Regeln des ausgebenden Kantons.
Teure Schweizer Kontrollschilder
Bei Auktionen wurden für besonders begehrte Schweizer Kontrollschildnummern bereits sechsstellige Beträge bezahlt.
Zu den bekannten früheren Auktionsergebnissen gehören:
- SG 1 mit einem Zuschlag von 135.000 Franken,
- TI 10 mit einem Zuschlag von 135.000 Franken und
- VS 1 mit einem Zuschlag von 160.100 Franken im Jahr 2017.
Diese Beträge waren zum jeweiligen Zeitpunkt besonders hohe Ergebnisse. Da regelmäßig neue Versteigerungen stattfinden, können spätere Kontrollschilder höhere Preise erzielen. Der jeweilige Rekord sollte deshalb nicht dauerhaft ohne Jahresangabe bezeichnet werden.
Wunschkontrollschilder in der Schweiz
Ein einheitliches Schweizer Wunschkennzeichen-System wie in Deutschland gibt es nicht. Die Buchstaben werden durch den Wohnkanton vorgegeben und können nicht frei gewählt werden.
Je nach Kanton kann jedoch eine bestimmte freie Zahl:
- gegen eine erhöhte Gebühr beantragt,
- ersteigert oder
- aus einer Liste verfügbarer Nummern gewählt werden.
Wer beispielsweise im Kanton Bern wohnt, erhält grundsätzlich ein Kennzeichen mit BE. Ein Kennzeichen mit ZH kann nicht allein deshalb gewählt werden, weil die Buchstaben besser gefallen.
Kontrollschild bei einem Umzug in einen anderen Kanton
Wer dauerhaft in einen anderen Kanton zieht, muss sein Fahrzeug beim Strassenverkehrsamt des neuen Wohnkantons anmelden.
Da das Kontrollschild das Kantonskürzel trägt, werden normalerweise neue Schilder mit dem Kürzel des neuen Kantons benötigt. Ein Umzug von Bern nach Zürich führt somit grundsätzlich zu einem Wechsel von BE auf ZH.
Die bisherigen Tafeln müssen beim alten oder neuen Strassenverkehrsamt entsprechend den kantonalen Vorgaben zurückgegeben werden.
Kontrollschild hinterlegen
Wer ein Fahrzeug vorübergehend nicht verwenden möchte, kann seine Kontrollschilder beim kantonalen Strassenverkehrsamt hinterlegen.
Das kann beispielsweise sinnvoll sein bei:
- Saisonfahrzeugen,
- Cabrios,
- Wohnmobilen,
- Oldtimern oder
- einer längeren Stilllegung.
Während die Tafeln hinterlegt sind, darf das Fahrzeug nicht auf öffentlichen Straßen benutzt oder abgestellt werden.
Wie lange die Nummer für den bisherigen Halter reserviert bleibt und welche Auswirkungen die Hinterlegung auf Verkehrssteuer und Versicherung hat, hängt vom Kanton und vom Versicherungsvertrag ab.
Verlust oder Diebstahl eines Kontrollschilds
Geht ein Kontrollschild verloren oder wird es gestohlen, muss der Verlust unverzüglich bei der Polizei gemeldet werden. Anschließend ist das Strassenverkehrsamt des Wohnkantons zu informieren.
Die verlorene Nummer kann aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Je nach Sachverhalt erhält der Halter Ersatztafeln oder eine neue Kontrollschildnummer.
Ein selbst angefertigtes Ersatzschild darf nicht dauerhaft als amtliches Kontrollschild verwendet werden.
Kontrollschildgrößen in der Schweiz
Die Schweiz verwendet mehrere Kontrollschildformate. Das vordere Schild eines Personenwagens ist deutlich kleiner als ein europäisches Standardkennzeichen.
Zu den verbreiteten Formaten gehören:
| Verwendung | Ungefähres Format |
|---|---|
| Vorderes längliches Schild für Motorwagen | 30 × 8 cm |
| Hinteres längliches Schild für Motorwagen | 50 × 11 cm |
| Hinteres Hochformat für Motorwagen | 30 × 16 cm |
| Motorräder und bestimmte dreirädrige Fahrzeuge | 18 × 14 cm |
| Bestimmte Kleinmotor- und Leichtmotorfahrzeuge | 10 × 14 cm |
Welches Format verwendet wird, richtet sich nach Fahrzeugkategorie und vorgesehener Montagefläche.
Anhängerkennzeichen
In der Schweiz erhalten Anhänger grundsätzlich ein eigenes Kontrollschild und einen eigenen Fahrzeugausweis.
Das Anhängerkennzeichen ist nicht einfach eine Wiederholung der Nummer des Zugfahrzeugs. Dadurch können Zugfahrzeug und Anhänger unterschiedliche Kantonskürzel und Nummern tragen.
Bei einem Wechselschild können unter den gesetzlichen Voraussetzungen auch zwei Anhänger derselben Kategorie mit einer gemeinsamen Nummer zugelassen werden.
Fahrräder und Velovignetten
Der Begriff Kennzeichen wurde in der Schweiz früher auch im Zusammenhang mit Fahrrädern beziehungsweise Velovignetten verwendet.
Die obligatorische Velovignette wurde jedoch zum Ende des Jahres 2011 abgeschafft. Gewöhnliche Fahrräder benötigen heute kein kantonales Kontrollschild.
Für schnelle E-Bikes gelten andere Regeln. Diese benötigen ein gelbes Kontrollschild und eine entsprechende Versicherungsvignette.
Oldtimer-Kontrollschilder
Veteranenfahrzeuge erhalten in der Schweiz grundsätzlich keine eigene, landesweit einheitliche Kennzeichenfarbe. Sie tragen gewöhnliche Kontrollschilder ihrer Fahrzeugkategorie.
Der Veteranenstatus wird im Fahrzeugausweis vermerkt und setzt bestimmte Bedingungen voraus. Dazu gehören unter anderem ein ausreichendes Alter, ein erhaltenswerter Zustand und eine begrenzte jährliche Nutzung.
Ein Veteranenfahrzeug kann unter bestimmten Voraussetzungen gemeinsam mit weiteren Veteranenfahrzeugen über ein Wechselschild zugelassen werden.
Geschichte der Schweizer Kontrollschilder
Die heute bekannten kantonalen Kontrollschilder entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seit 1905 wird die regionale Herkunft über Kantonskürzel kenntlich gemacht.
Die grundsätzliche Gestaltung mit:
- zweistelligem Kantonskürzel,
- fortlaufender Nummer,
- Schweizer Wappen und
- Kantonswappen
hat sich über viele Jahrzehnte erhalten.
Im Unterschied zu zahlreichen europäischen Staaten führte die Schweiz bislang kein blaues Länderfeld direkt auf den regulären Kontrollschildern ein. Das internationale Länderkennzeichen CH wird deshalb separat verwendet.
Häufige Fragen zu Schweizer Autokennzeichen
Wie heißen Autokennzeichen in der Schweiz?
Die amtliche Bezeichnung lautet Kontrollschild. Umgangssprachlich werden auch Nummernschild, Autonummer oder Fahrzeugnummer verwendet.
Welches Land hat das Länderkennzeichen CH?
CH steht für die Schweiz. Die Abkürzung leitet sich vom lateinischen Staatsnamen Confoederatio Helvetica ab.
Was bedeutet BE auf einem Schweizer Kennzeichen?
BE steht für den Kanton Bern.
Was bedeutet ZH?
ZH bezeichnet den Kanton Zürich.
Was bedeutet AG?
AG steht für den Kanton Aargau.
Was bedeutet SG?
SG steht für den Kanton St. Gallen.
Was bedeutet ein U hinter der Nummer?
Das U kennzeichnet ein Händlerschild beziehungsweise ein Kollektiv-Kontrollschild. Es wird von entsprechend berechtigten Fahrzeugbetrieben genutzt.
Was bedeutet ein Z hinter der Nummer?
Das Z kennzeichnet ein zeitlich begrenztes Zollkontrollschild.
Wem gehört das Kontrollschild?
Das Kontrollschild wird grundsätzlich dem Halter und nicht dauerhaft dem Fahrzeug zugeteilt. Bei einem Fahrzeugverkauf behält der bisherige Halter normalerweise seine Tafeln.
Wie viele Fahrzeuge dürfen ein Wechselschild nutzen?
Ein Wechselschild kann für höchstens zwei Fahrzeuge desselben Halters und derselben Fahrzeugkategorie verwendet werden.
Kann dieselbe Nummer zweimal vorkommen?
Ja. Da jeder Kanton eine eigene Nummernserie führt, kann dieselbe Zahl in mehreren Kantonen vorkommen. BE 1234 und ZH 1234 sind unterschiedliche Kontrollschilder.
Kann man den Halter einer Autonummer abfragen?
Das hängt vom Kanton ab. Viele Kantone bieten einen Autoindex an. Der Halter kann jedoch häufig eine Auskunftssperre beantragen.
Kann man eine Schweizer Kontrollschildnummer kaufen?
Besondere Nummern werden in vielen Kantonen versteigert oder gegen eine Zusatzgebühr vergeben. Übertragung und Weiterverkauf richten sich nach den Regeln des jeweiligen Kantons.
Was bedeutet ein grünes Schweizer Kennzeichen?
Eine grüne Tafel mit schwarzer Schrift kennzeichnet ein land- oder forstwirtschaftliches Fahrzeug. Sie steht nicht für ein Elektroauto.
Was bedeutet ein blaues Schweizer Kennzeichen?
Blaue Kontrollschilder mit schwarzer Schrift werden für Arbeitsmotorwagen verwendet.
Was bedeutet ein braunes Kennzeichen?
Braune Kontrollschilder sind für Ausnahmefahrzeuge vorgesehen, die wegen Bauart, Abmessungen oder Gewicht besonderen Vorschriften unterliegen.
Haben Schweizer Anhänger ein eigenes Kennzeichen?
Ja. Anhänger erhalten ein eigenes Kontrollschild und wiederholen nicht lediglich die Nummer des Zugfahrzeugs.
Warum ist das vordere Schild kleiner?
Die Schweiz verwendet für Personenwagen traditionell ein kompaktes vorderes Kontrollschild. Das hintere Schild ist größer und enthält zusätzlich die beiden Wappen.
Gibt es siebenstellige Schweizer Kontrollschilder?
Ja. Seit Ende 2024 dürfen Kantone, deren sechsstellige Nummernserien knapp werden, vorübergehend auch siebenstellige Kontrollschilder für bestimmte Fahrzeugkategorien ausgeben.
Fazit
Schweizer Autokennzeichen heißen offiziell Kontrollschilder. Sie bestehen aus einem zweistelligen Kantonskürzel und einer individuellen Nummer. Das hintere Schild trägt zusätzlich das Schweizer Wappen und das Wappen des ausgebenden Kantons.
Eine Besonderheit des Schweizer Systems ist, dass das Kontrollschild grundsätzlich dem Halter zugeteilt wird. Es kann beim Fahrzeugwechsel weiterverwendet und als Wechselschild für höchstens zwei Fahrzeuge eingesetzt werden.
An der Farbe und an zusätzlichen Buchstaben lassen sich besondere Verwendungen erkennen: U steht für Händlerschilder, Z für befristete Zollschilder, grüne Tafeln für landwirtschaftliche Fahrzeuge, blaue Tafeln für Arbeitsmotorwagen und schwarze Tafeln mit weißer Schrift für Militärfahrzeuge.
Stand: Juli 2026
Wem gehört das Auto mit der Nummer BL 153376
Hallo, gehört mir warum?