
Ein Kennzeichen lässt sich bei den meisten Autos innerhalb weniger Minuten abmachen. Wie man dabei vorgeht, hängt von der Befestigung ab: Häufig steckt das Nummernschild in einem Kunststoffhalter mit Clips oder einer unteren Leiste. Es kann aber auch direkt angeschraubt oder mit einem speziellen Befestigungssystem angeklebt sein.
Wichtig: Das Kennzeichen vorsichtig lösen und nicht mit Gewalt am Rahmen ziehen. Andernfalls können Clips abbrechen, das Nummernschild verbiegen oder Kratzer am Fahrzeug entstehen. Ohne ordnungsgemäß befestigte Kennzeichen darf das zugelassene Fahrzeug nicht im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden.
Wer ein Kennzeichen anschließend wieder montieren möchte, findet weitere Hinweise unter Kennzeichen anbringen.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem Kennzeichenhalter wird zuerst die untere Leiste, die umlaufende Blende oder der jeweilige Clip geöffnet.
- Direkt verschraubte Kennzeichen werden festgehalten, während die Schrauben gelöst werden.
- Ein kleiner Kunststoffhebel ist schonender als ein ungeschützter Schraubendreher.
- Stempel- und HU-Plaketten dürfen beim Ausbauen nicht beschädigt oder entfernt werden.
- Vor der nächsten Fahrt muss das Kennzeichen wieder fest, sichtbar und vollständig lesbar angebracht sein.
Welche Befestigung hat mein Kennzeichen?
Bevor man das Kennzeichen abmacht, sollte man prüfen, wie es befestigt ist. Bei Autos sind vor allem folgende Varianten verbreitet:
- Kennzeichenhalter mit unterer Leiste: Am unteren Rand befindet sich eine schmale Leiste, die aufgeklappt oder seitlich ausgeclipst wird.
- Halter mit einzelnen Clips: Mehrere kleine Haltenasen sichern das Kennzeichen oben, unten oder an den Seiten.
- Halter mit umlaufender Blende: Ein äußerer Rahmen wird gelöst, bevor sich das Nummernschild entnehmen lässt.
- Direkte Verschraubung: Schrauben führen durch das Kennzeichen oder durch dafür vorgesehene Befestigungspunkte.
- Klebe- oder Klettsystem: Das Kennzeichen wird von einer speziellen, für diesen Zweck vorgesehenen Halterung getragen.
Der Nummernschildhalter besteht meistens aus Kunststoff und ist in unterschiedlichen Farben und Ausführungen erhältlich. Viele Halter tragen am unteren Rand den Namen eines Autohauses oder einen eigenen Schriftzug. Der Rahmen selbst ist am Fahrzeug verschraubt, während das Nummernschild ohne zusätzliche Bohrungen in den Halter eingesetzt wird.
Dieses Werkzeug kann hilfreich sein
Je nach Befestigungsart werden nur wenige Hilfsmittel benötigt:
- kleiner Kunststoffhebel oder Demontagekeil
- kleiner Schlitzschraubendreher
- Klebeband zum Abkleben der Schraubendreherklinge
- passender Kreuzschlitz-, Schlitz- oder Torx-Schraubendreher
- weiches Tuch zur Reinigung der Fläche
- bei Bedarf ein neuer Kennzeichenhalter und passende Befestigungsschrauben
Ein Kunststoffhebel ist meist die beste Wahl, weil er den Rahmen und den Fahrzeuglack weniger leicht beschädigt. Wird ein Schraubendreher verwendet, sollte seine Spitze mit etwas Klebeband umwickelt werden.
Kennzeichen aus einem Halter abmachen
1. Fahrzeug sicher abstellen
Das Fahrzeug auf einer ebenen Fläche abstellen, die Zündung ausschalten und die Feststellbremse betätigen. Bei Arbeiten am hinteren Kennzeichen sollte die Heckklappe geschlossen sein, sofern die Kennzeichenposition nichts anderes erfordert.
2. Verschluss des Kennzeichenhalters suchen
Den unteren Rand und die Seiten des Halters ansehen. Häufig befindet sich unten links oder rechts eine kleine Kerbe. Dort kann die Leiste vorsichtig gelöst werden. Bei anderen Haltern sind mehrere sichtbare Clips oder eine umlaufende Blende vorhanden.
3. Untere Leiste öffnen
Den Kunststoffhebel in die vorgesehene Kerbe einsetzen und die Leiste vorsichtig nach vorn ziehen. Nicht ruckartig hebeln: Eine ältere Kunststoffleiste kann durch Sonne und Kälte spröde geworden sein.
Die Leiste anschließend Stück für Stück über die gesamte Breite lösen. Manche Ausführungen werden vollständig abgenommen, andere bleiben an einer Seite oder an kleinen Scharnieren mit dem Rahmen verbunden.
4. Clips oder Blende lösen
Bei einzelnen Clips werden die Haltenasen nacheinander leicht nach außen gedrückt. Eine umlaufende Blende wird ebenfalls abschnittsweise gelöst. Nicht nur an einer Stelle kräftig ziehen, da der Rahmen sonst brechen kann.
5. Kennzeichen festhalten und entnehmen
Das Kennzeichen mit einer Hand festhalten. Nach dem Öffnen der Halterung kann es je nach System nach vorn herausgenommen oder zunächst etwas nach oben geschoben werden. Dabei darauf achten, das dünne Aluminiumschild nicht zu knicken.
6. Halterung kontrollieren
Nach dem Ausbau prüfen, ob Clips, Leisten und Schrauben noch in Ordnung sind. Auch Schmutz, Feuchtigkeit oder beginnende Korrosion hinter dem Halter lassen sich jetzt erkennen. Die Fläche kann mit einem weichen Tuch gereinigt werden.
Direkt angeschraubtes Kennzeichen entfernen
Ist das Nummernschild ohne Kunststoffrahmen befestigt, sind meistens zwei oder mehr Schrauben sichtbar. Manchmal verdecken farbige Kunststoffkappen die Schraubenköpfe.
- Vorhandene Abdeckkappen vorsichtig abheben.
- Das Kennzeichen mit einer Hand festhalten.
- Die Schrauben mit dem passenden Werkzeug langsam lösen.
- Die letzte Schraube entfernen, ohne das Schild fallen zu lassen.
- Kennzeichen abnehmen und die Befestigungspunkte kontrollieren.
Sitzen die Schrauben fest oder sind sie stark verrostet, sollte man nicht mit übermäßiger Kraft arbeiten. Ein abrutschender Schraubendreher kann das Schild, den Lack oder die Karosserie beschädigen. Im Zweifel hilft eine Werkstatt.
Neue Löcher sollten nicht ohne Prüfung in Karosserieteile gebohrt werden. Fahrzeuge besitzen normalerweise vorgesehene Befestigungspunkte. Falsche Bohrungen können Lackschäden, Undichtigkeiten und Rost verursachen.
Angeklebtes Kennzeichen abmachen
Bei Klebe-, Magnet- oder Klettsystemen gelten die Anweisungen des jeweiligen Herstellers. Ein angeklebtes Kennzeichen sollte langsam und möglichst gleichmäßig gelöst werden. Nicht mit einem Metallwerkzeug direkt über den Lack hebeln.
Bleiben Klebereste zurück, dürfen nur Mittel verwendet werden, die für den jeweiligen Fahrzeuglack und Untergrund geeignet sind. Aggressive Lösungsmittel können Lack, Kunststoff und Dichtungen angreifen.
Eine einfache Butylschnur oder ein beliebiges doppelseitiges Klebeband ist nicht automatisch als dauerhafte Kennzeichenbefestigung geeignet. Entscheidend ist, dass das Kennzeichen während der Fahrt fest angebracht bleibt und weder verrutschen noch abfallen kann.
Kennzeichen wieder richtig einsetzen
Vor dem Einsetzen kontrollieren, ob das Kennzeichen gerade und unbeschädigt ist. Anschließend wird es in umgekehrter Reihenfolge montiert:
- Kennzeichen zuerst in die feste obere oder untere Führung des Halters schieben.
- Schild mittig ausrichten und vollständig in den Rahmen drücken.
- Leiste, Clips oder Blende nacheinander schließen.
- Mit leichtem Druck prüfen, ob alle Haltepunkte hör- und fühlbar eingerastet sind.
- Zum Abschluss vorsichtig am Kennzeichen wackeln.
Das Schild darf sich bei dieser Kontrolle nicht aus dem Rahmen lösen. Es muss gerade sitzen, vollständig lesbar sein und darf nicht von einer Blende, einem Zubehörteil oder einer Abdeckung verdeckt werden.
Wann muss ein Kennzeichen abgemacht oder gewechselt werden?
Ein Ausbau kann unter anderem in diesen Situationen notwendig oder sinnvoll sein:
- Der Kennzeichenhalter ist gebrochen oder ausgeblichen und soll ersetzt werden.
- Das Nummernschild ist beschädigt, verbogen oder nicht mehr ausreichend lesbar.
- Hinter dem Halter befinden sich Schmutz, Feuchtigkeit oder Roststellen.
- Am Fahrzeug stehen Lackier-, Reparatur- oder Karosseriearbeiten an.
- Das Fahrzeug erhält ein anderes oder ein neues Wunschkennzeichen.
- Das Fahrzeug wird außer Betrieb gesetzt und die Kennzeichenschilder werden im Rahmen des Zulassungsverfahrens entstempelt.
Ein Umzug bedeutet nicht automatisch, dass neue Kennzeichen benötigt werden. Bei einem Wohnortwechsel innerhalb Deutschlands kann das bisherige Kennzeichen bei einem zugelassenen Fahrzeug grundsätzlich behalten werden. Die neue Anschrift muss trotzdem bei der zuständigen Stelle eingetragen werden.
Auch bei einem Halterwechsel innerhalb Deutschlands kann das vorhandene Kennzeichen grundsätzlich weitergeführt werden. Ob ein neues Kennzeichen gewünscht oder im konkreten Zulassungsfall erforderlich ist, lässt sich vorab mit der zuständigen Zulassungsbehörde klären.
Kennzeichen am Fahrradträger
Verdeckt ein Fahrradträger oder eine andere mitgeführte Ladung das hintere Kennzeichen teilweise oder vollständig, muss das Kennzeichen am Fahrzeug oder am Ladungsträger wiederholt werden. Dafür wird üblicherweise ein zusätzliches Wiederholungskennzeichen am Fahrradträger angebracht.
Dieses zusätzliche Kennzeichen benötigt keine amtliche Abstempelung. Es trägt daher weder eine Stempelplakette der Zulassungsbehörde noch eine HU-Plakette. Das reguläre hintere Kennzeichen sollte am Fahrzeug verbleiben und nicht ständig zwischen Auto und Fahrradträger umgesetzt werden.
Zusätzlich müssen die vorgeschriebenen Leuchten und Rückstrahler sichtbar bleiben. Viele Fahrradträger besitzen deshalb einen eigenen Leuchtenträger mit Rückleuchten und einer Halterung für das Wiederholungskennzeichen.
Stempelplakette, HU-Plakette und Umweltplakette
Auf deutschen Autokennzeichen können unterschiedliche Plaketten zu sehen sein:
- Stempelplakette: Sie befindet sich auf dem vorderen und hinteren Kennzeichen und zeigt unter anderem das Landeswappen sowie die zuständige Zulassungsbehörde.
- HU-Plakette: Die häufig als TÜV-Plakette bezeichnete Prüfplakette befindet sich nur auf dem hinteren Kennzeichen. Das Jahr der nächsten Hauptuntersuchung steht in der Mitte, der oben stehende Zahlenwert kennzeichnet den fälligen Monat.
- Umweltplakette: Die Umweltplakette wird nicht am Kennzeichen angebracht. Sie sitzt von innen an der Windschutzscheibe, üblicherweise unten auf der Beifahrerseite.
Weitere Informationen zu den amtlichen Kennzeichnungen bietet die Übersicht zu den Plaketten am Autokennzeichen.
Die amtlichen Plaketten dürfen beim Abmachen des Kennzeichens nicht abgekratzt, überklebt oder beschädigt werden. Wird eine Stempelplakette entfernt oder ihr Sicherheitscode freigelegt, kann das Kennzeichenschild als ungestempelt gelten.
Häufige Fehler beim Abmachen des Kennzeichens
- Zu viel Kraft: Spröde Clips brechen schnell und müssen dann ersetzt werden.
- Falsche Stelle aufgehebelt: Vorher nach der vorgesehenen Kerbe oder Verriegelung suchen.
- Metallwerkzeug direkt am Lack: Ein Kunststoffhebel oder abgeklemmter Schraubendreher verhindert Kratzer.
- Kennzeichen verbogen: Das Schild immer mit einer Hand abstützen und nicht an einer Ecke herausziehen.
- Lockere Montage: Nach dem Einsetzen alle Clips und Schrauben kontrollieren.
- Ungeeignete Schrauben: Zu lange Schrauben können Bauteile hinter der Befestigungsfläche beschädigen.
Häufige Fragen zum Abmachen des Kennzeichens
Kann man ein Kennzeichen ohne Werkzeug abmachen?
Bei vielen Cliphaltern ist das möglich. Sitzt die Verriegelung fest, ist ein kleiner Kunststoffhebel jedoch sicherer. Schraubendreher sollten nur vorsichtig und mit geschützter Spitze verwendet werden.
Kann ich mit nur einem Kennzeichen weiterfahren?
Bei einem normalen Pkw müssen das vordere und das hintere Kennzeichen vorhanden und fest angebracht sein. Nach dem Ausbau sollte das Fahrzeug daher erst wieder im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden, wenn beide Kennzeichen ordnungsgemäß montiert sind.
Muss der komplette Kennzeichenhalter abgeschraubt werden?
Nein. Soll nur das Nummernschild gewechselt werden, bleibt der äußere Halter normalerweise am Fahrzeug. Er wird nur abgeschraubt, wenn er beschädigt ist, ersetzt werden soll oder Arbeiten an der Befestigungsfläche notwendig sind.
Darf ein Kennzeichen hinter einer Kunststoffabdeckung sitzen?
Unzulässige Abdeckungen aus Glas, Folie oder ähnlichen Materialien dürfen nicht vor dem Kennzeichen angebracht werden. Das Schild muss sichtbar und lesbar bleiben.
Was tun, wenn ein Clip abgebrochen ist?
Hält der Rahmen das Kennzeichen nicht mehr zuverlässig fest, sollte der komplette Kennzeichenhalter ersetzt werden. Eine provisorische Befestigung ist keine gute Dauerlösung.
Fazit: Kennzeichen vorsichtig lösen und sicher befestigen
Bei einem gewöhnlichen Kennzeichenhalter ist das Nummernschild schnell abgemacht: Verriegelung suchen, Leiste oder Clips vorsichtig öffnen, Schild festhalten und gerade entnehmen. Direkt verschraubte oder angeklebte Kennzeichen erfordern etwas mehr Sorgfalt.
Nach dem Einsetzen sollte immer geprüft werden, ob das Kennzeichen fest sitzt, vollständig sichtbar und gut lesbar ist. So lassen sich verlorene Nummernschilder, beschädigte Halterungen und unnötige Kratzer am Fahrzeug vermeiden.
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Bild, Caption und alle vorhandenen internen Links wurden beibehalten. Die rechtlichen Korrekturen beruhen auf der aktuellen [Fahrzeug-Zulassungsverordnung, § 12](https://www.gesetze-im-internet.de/fzv_2023/__12.html) und den Angaben des [Bundesportals zur Kennzeichenmitnahme](https://verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/DE/leistung/99036047001000/herausgeber/BY-175/region/090000000000).
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