TÜV: Wer muss wann zum TÜV? Unterschiede nach Fahrzeugklassen und Ländern
Der TÜV (Technischer Überwachungsverein) ist in Deutschland eine wichtige Institution, die für die regelmäßige Fahrzeugprüfung zuständig ist. Diese Prüfungen sorgen für die Sicherheit auf den Straßen und stellen sicher, dass Fahrzeuge den notwendigen Umwelt- und Sicherheitsstandards entsprechen. Aber wer muss zum TÜV, wann genau und wie unterscheiden sich die Regelungen je nach Fahrzeugtyp und Land? In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema TÜV – von den Vorschriften über die Kosten bis hin zu alternativen Prüfstellen.
1. Wer muss zum TÜV?
In Deutschland muss jeder Kraftfahrzeughalter regelmäßig mit seinem Fahrzeug zur Hauptuntersuchung (HU), die umgangssprachlich oft als „TÜV“ bezeichnet wird. Die HU ist ein wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherheit und ist gesetzlich vorgeschrieben.
Fahrzeuge, die zur HU müssen:
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Pkw und Nutzfahrzeuge: Diese müssen alle 2 Jahre zur HU, nach der ersten Prüfung, die 3 Jahre nach der Erstzulassung erfolgt.
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Lkw und Busse: Diese Fahrzeuge müssen alle 12 Monate zur HU.
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Anhänger und Wohnmobile: Auch Anhänger und Wohnmobile unterliegen der HU-Pflicht. Sie müssen alle 2 Jahre zur Prüfung.
Ausnahmen:
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Oldtimer: Oldtimer mit einem Alter von über 30 Jahren erhalten eine spezielle Plakette und müssen alle 2 Jahre zur HU. Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind und in gutem Zustand erhalten werden, können den Status eines Oldtimers bekommen und genießen gewisse Vorteile.
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Neuwagen: Die erste HU erfolgt erst nach 3 Jahren, danach ist die HU alle 2 Jahre erforderlich.
2. Unterschiede der TÜV-Regelungen nach Fahrzeugklassen
Die Regelungen für den TÜV unterscheiden sich je nach Fahrzeugklasse. Während Pkw und Nutzfahrzeuge alle zwei Jahre geprüft werden müssen, gibt es für Lkw und Busse andere Regelungen.
Pkw:
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Erstzulassung bis 3 Jahre: Keine HU erforderlich.
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3 bis 5 Jahre: Erste HU.
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Nach 5 Jahren: Alle 2 Jahre eine neue HU erforderlich.
Nutzfahrzeuge:
Für Lkw und Busse gilt:
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Alle 12 Monate: Regelmäßige HU.
Anhänger:
Anhänger müssen wie folgt geprüft werden:
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Bis 3,5 Tonnen: Alle 2 Jahre.
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Über 3,5 Tonnen: Jährlich.
Motorräder:
Motorräder müssen alle 2 Jahre zur HU, und zwar beginnend mit dem dritten Jahr nach der Erstzulassung.
3. TÜV in anderen Ländern
In vielen Ländern gibt es ähnliche Fahrzeugprüfungen wie in Deutschland, aber die Regelungen variieren stark je nach Land. In einigen Ländern wird die Prüfung von staatlichen Stellen durchgeführt, während in anderen private Prüfstellen zuständig sind.
Beispiel: TÜV in Österreich
In Österreich wird die Begutachtung (ähnlich der deutschen HU) auch nach einem festgelegten Zeitraum durchgeführt:
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Pkw: Alle 2 Jahre nach der ersten Prüfung, die 3 Jahre nach Erstzulassung erfolgt.
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Lkw und Busse: Diese müssen ebenfalls jährlich zur Prüfung.
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Motorräder: Hier gilt eine Prüfung alle 2 Jahre.
Beispiel: TÜV in der Schweiz
In der Schweiz heißt die Fahrzeugprüfung MFK (Motorfahrzeugkontrolle). Die Vorschriften sind ähnlich denen in Deutschland, jedoch mit einigen Unterschieden:
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Pkw: Die erste MFK erfolgt nach 4 Jahren, danach alle 3 Jahre.
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Lkw und Nutzfahrzeuge: Diese Fahrzeuge müssen jährlich zur MFK.
4. Kosten der TÜV-Prüfung
Die Kosten für die TÜV-Hauptuntersuchung variieren je nach Fahrzeugart und Region. Der Preis setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen, unter anderem aus der Prüfgebühr, eventuellen Prüfgebühren für zusätzliche Tests und der Kosten für die Ausstellung der Plakette. Eine grobe Orientierung:
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Pkw: Die Kosten für die HU bei einem Pkw liegen zwischen 50 und 120 Euro, abhängig vom Anbieter und Fahrzeugtyp.
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Motorräder: Eine Motorradprüfung kostet in der Regel zwischen 30 und 60 Euro.
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Lkw und Nutzfahrzeuge: Hier sind die Prüfkosten deutlich höher und können bis zu 300 Euro und mehr betragen, abhängig von der Größe und dem Gewicht des Fahrzeugs.
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Anhänger: Anhängerprüfungen kosten etwa 30 bis 60 Euro.
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Oldtimer: Für Oldtimer gibt es teilweise günstigere Tarife, wobei die Preise im Bereich von 50 bis 100 Euro liegen können.
Es gibt außerdem zusätzliche Kosten, wenn bei der Untersuchung Mängel festgestellt werden und nachgebessert werden müssen. In diesem Fall fällt eine Nachuntersuchungsgebühr an, die ebenfalls variieren kann.
5. Was muss man beim TÜV beachten?
Die TÜV-Prüfung ist eine gründliche Untersuchung, die viele Aspekte des Fahrzeugs umfasst. Folgende Punkte sollten Sie beim Besuch beim TÜV beachten:
Vorbereitung:
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Fahrzeugsauberkeit: Es lohnt sich, das Fahrzeug vorher zu reinigen. So können Mängel besser sichtbar gemacht werden und vermeiden, dass es zu Missverständnissen kommt.
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Papiere bereithalten: Haben Sie den Fahrzeugschein, die Zulassungsbescheinigung Teil I und alle anderen relevanten Dokumente zur Hand.
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Licht- und Bremsencheck: Achten Sie darauf, dass alle Lichter (inkl. Blinker, Bremslichter) und die Bremsen ordnungsgemäß funktionieren.
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Reifen und Achsen: Prüfen Sie vorab, ob die Reifen in gutem Zustand sind (mindestens 1,6 mm Profil) und keine sichtbaren Schäden haben.
Während der Untersuchung:
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Mängel am Fahrzeug: Wenn Mängel festgestellt werden, erhalten Sie eine Liste der Mängel, die Sie beheben müssen, um den TÜV zu bestehen.
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Nachprüfung: Falls nachgebessert werden muss, müssen Sie den TÜV zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufsuchen, um das Fahrzeug überprüfen zu lassen.
Nach der Untersuchung:
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TÜV-Plakette: Wenn das Fahrzeug alle Prüfungen bestanden hat, erhalten Sie eine TÜV-Plakette, die an der Windschutzscheibe des Fahrzeugs angebracht wird und das Datum der nächsten HU anzeigt.
6. Alternativen zum TÜV
Obwohl der TÜV in Deutschland und vielen anderen Ländern die bekannteste Institution ist, gibt es auch andere zugelassene Prüfstellen, bei denen die Hauptuntersuchung durchgeführt werden kann:
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DEKRA: Eine der bekanntesten Alternativen zum TÜV. DEKRA führt ebenfalls Hauptuntersuchungen durch und bietet auch einen schnellen Terminservice.
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GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung): Eine weitere Prüfgesellschaft, die TÜV-ähnliche Dienstleistungen anbietet.
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KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger): Auch KÜS führt Hauptuntersuchungen durch und bietet eine Alternative zu TÜV und DEKRA.
Diese Stellen sind ebenfalls von den zuständigen Behörden anerkannt und bieten ähnliche Prüfleistungen wie der TÜV.
Fazit
Die TÜV-Prüfung ist für jedes Fahrzeug von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass es den gesetzlichen Sicherheits- und Umweltanforderungen entspricht. Sie variiert je nach Fahrzeugtyp, Alter des Fahrzeugs und Land. Die Kosten für die Prüfung können unterschiedlich ausfallen, wobei auch zusätzliche Gebühren anfallen können, wenn Mängel festgestellt werden. Es ist wichtig, sich gut vorzubereiten und regelmäßig die vorgeschriebenen Prüfungen durchführen zu lassen, um auf der sicheren Seite zu sein.